Dachbeschichtungen. Tricks und Maschen

An dieser Stelle wollen wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrung im Bereich Dachbeschichtungen einige Tricks erläutern, die sogar seriöse Konkurrenten häufig gebrauchen.

1. Angebliche Dachimprägnierung oder Dachversiegelung.

An der Haustür erscheinen unaufgefordert „angebliche“ Dachbeschichter und wollen das Dach sofort reinigen und imprägnieren oder versiegeln. Diese Wörter, wird sich zeigen, sind nicht vergebens so gewählt. „Wir kommen gerade von einer anderen Baustelle und haben noch Farbe übrig“ wird oft argumentiert. Kein seriöses Unternehmen gibt jedoch den eigenen Beschichtern zuviel Farbe mit. In Wirklichkeit handelt es sich entweder um eine Verkaufsmasche oder um einen von vornherein geplanten Betrug und bedeutet, dass die mitgebrachte Farbe an mehreren anderen Kunden „gespart“ wurde, indem an jeder Baustelle einige Eimer weniger als benötigt, verbraucht worden sind. Nach raschen Verhandlungen mit dem Hauseigentümer wird der anfangs vorgeschlagene Preis häufig  2- bis 3-mal verringert. Danach wird ohne einen Vertrag abzuschließen und ohne die Leistungen schriftlich zu fixieren sofort mit der Arbeit begonnen. Nach buchstäblich 3-5 Stunden Reinigung (zu schnell, nicht gründlich, nicht porentief, an den Unterkanten und in den Fugen – Moosreste, die für einen unerfahrenen Hausbesitzer nicht so schnell zu finden sind) wird das Dach mit einer schäumenden (um einen optischen Effekt zu erzielen) Klarflüssigkeit besprüht. Diese Flüssigkeit, die womöglich nach dem ersten oder zweiten Regen aus den Poren ausgeschwemmt wird, ist weder eine Imprägnierung noch eine Versiegelung, geschweige denn eine Beschichtung. Die kurzfristig sauberen, aber etwas größer gewordenen Poren und Kapillare werden bei Regen Pollen, Vogelkot, etc. wieder einsaugen. Es entstehen bald wieder Moose, Algen und Flechten. Die „Betrüger“ nutzen aus, dass die Hauseigentümer oft keinen Unterschied zwischen einer Beschichtung, Versiegelung oder Imprägnierung erkennen und versuchen eine absolut nutzlose, kurzfristig wirkende Reinigung mittels einer Wortspielerei als Beschichtung zu „verkaufen“. Optisch sieht so ein gereinigtes Dach, bedingt durch die ungleichmäßig abgetragene Besandung, fleckig aus. Im Endeffekt hat der Hauseigentümer erfahrungsgemäß außer einer Mobiltelefonnummer und einer nutzlosen Quittung über den Geldempfang nichts in der Hand um später Ansprüche zu erheben oder etwaige Reklamationen durchzusetzen. Sollte das Dach von solchen „schwarzen Schafen“ dennoch beschichtet werden, hat der Hausbesitzer Katze im Sack gekauft und weiß immer noch nichts über die Qualität der Farbe. Er weiß weiterhin nicht ob grundiert wurde? wenn ja, womit?, ob zwei Mal beschichtet wurde oder einmal im so genannten Kreuz- und Querverfahren? ob die Beschichtung nass in nass oder trocken in trocken erbracht wurde? mit wie viel Liter/m² beschichtet wurde? mit 0,3 L/m² anstatt womöglich benötigten 1,2 L/m² (mehrmals dünnere Farbschichtstärke als notwendig bei groben Oberflächen), ob Referenzobjekte (am besten langjährige) in der näheren Umgebung existieren? usw. „Geiz ist geil“, aber schon nach kürzester Zeit meldet sich bei der angegebenen Handynummer nur noch eine freundliche Damenstimme mit den Worten: „Kein Anschluss unter dieser Nummer.“… Die Enttäuschung ist am Ende groß.

2. Beschichtung im nass in nass Verfahren oder Kreuz und Quer.

In Folge merkbar steigender Rohstoffpreisen in den vergangenen Jahren haben sich die Preise für Dachfarben deutlich erhöht. Das verleitet manch einen Anbieter während des Arbeitsvorgangs noch dramatischer an Dachfarbe zu sparen als zuvor. Diese „Qualitätsbeschichtungen“ funktionieren folgendermaßen: man erwähnt zwar im Angebot, dass die Beschichtung zwei Mal erfolgt, aber im s. g. nass in nass Verfahren oder Kreuz und Quer. In Wirklichkeit bedeutet das, dass der Verarbeiter ohne seine Position zu wechseln die gleiche Stelle, die durch die erste Farbschicht noch nass ist, innerhalb von wenigen Sekunden nochmals mit Farbe versieht (der erste Sprühvorgang erfolgt horizontal, nachfolgender Sprühvorgang vertikal – oder umgekehrt) Man spart dadurch doppelt: erstens entsteht bei dieser Vorgehensweise ein beträchtlicher Zeitgewinn, zweitens verbraucht der Beschichter noch weniger Farbe, weil die vorherige Schicht noch nicht in die Poren eingedrungen ist, und die nachfolgende Schicht, damit sie nicht herunterläuft, dünner und schneller aufgetragen wird. Das Dach ist in diesem Fall realistisch nur ein Mal beschichtet worden.
Fazit: durch beträchtliche Zeit- und Materialersparnisse kann die ganze Dienstleistung natürlich preiswerter angeboten werden, dabei leiden Qualität und Aussehen aber unvermeidlich. Zweimal beschichten ist nicht gleich zweimal beschichten.

3. Beschichtung nach Herstellerrichtlinien

Alle Farbhersteller geben in ihren Technischen Merkblättern eine ungefähre Verbrauchsmenge pro Schicht an. Diese Verbrauchsmenge wird als eine Verbrauchsspanne von X L/m² bis Y L/m² angegeben. Viele Beschichter orientieren sich bei der Farbmenge am unteren Grenzwert der Angaben ohne zu berücksichtigen, dass in fast jedem Technischem Merkblatt weiterhin vermerkt ist: „ … nur Richtwerte, exakte Menge je nach Beschaffenheit der Oberfläche durch Probebeschichtung ermitteln …“ Als Folge wird bei sandigen und rauen Oberflächen eine deutlich geringere Farbmenge als tatsächlich notwendig angebracht, die zwar eine günstigere Preisgestaltung ermöglicht, jedoch nur auf Kosten reduzierter Haltbarkeit, die der Hausbesitzer erst nach ca. 5 Jahren bemerkt, weil die Beschichtung mit dünnerer Schichtstärke ziemlich schnell abbaut. Außerdem sieht die Beschichtung von vornherein weder homogen noch saturiert aus. Nachdem einige Anbieter wahrgenommen haben, dass Kunden sich vermehrt für Verbrauch und Schichtstärke einer Beschichtung interessieren, präsentieren besonders einfallsreiche Konkurrenzfirmen und sogar einige Farbhersteller den Materialverbrauch nicht mehr in L/m², sondern in Kilo/m². Eine Dachfarbe wiegt im Schnitt aber ca. 30 % mehr als Wasser. Durch größere Zahlen wird dadurch ein höherer Verbrauch suggeriert (Ein stolzer Verbrauch von z.B. 0,8 Kilo/m² reduziert sich zu einem bescheidenen Verbrauch von ca. 0,55 L/m²). Manche Farbhersteller versuchen außerdem Beschichtungsfirmen anzuwerben mit der verlockenden Begründung, dass ihre Dachfarbe bessere Deckkraft als die der Konkurrenz hat und man mit 10-20% weniger Material auskommt. Dies führt dazu, dass einige Verarbeiter in Erwartung dieser Versprechung automatisch 10-20% weniger Dachfarbe, als tatsächlich notwendig verbrauchen (mit allen begleiteten Nachteilen). Marder GmbH kann nach zahlreichen Probeversuchen der Dachfarben von über 40 Farbherstellern diese angepriesenen Verbrauchsreduzierungen bis jetzt nicht bestätigen. Wir haben sogar Fälle beobachtet, bei denen einige unseriöse Konkurrenzfirmen zu ganz exotischen Beschichtungsmaterialen gegriffen haben und mit sehr dünnflüssigen Farben (z.B. Holzfarben), die für Beton- oder Tonziegel auf Dauer nicht geeignet sind, Dächer „präparierten“. Die Herstellerrichtlinien bezüglich des Verbrauches von 0,1-0,2 L/m² wurden hier natürlich erfolgreich eingehalten, dies ist aber ein schwacher Trost für Hauseigentümer, die die Anbieter nur nach Preis ausgewählt hatten und den Schwindel erst nach einigen Jahren entdeckt haben.

4. Beschichtung ohne Festpreis gemäß Angebot

Es wird zwischen dem Kunden und Handwerksbetrieb kein Festpreis vereinbart, sondern eine Brutto-Endsumme, praktisch ein s.g. Angebotspreis anstatt eines Festpreises angegeben. Laut BGB darf aber jedes Angebot bezüglich Handwerkleistungen in „begründeten Fällen“ um bis zu 20-25% überschritten werden. Die Gefahr besteht, dass viele Handwerker argumentieren können, während der Dacharbeiten etwas „Unvorhergesehenes“ entdeckt zu haben um eine Preiserhöhung zu rechtfertigen.

5. Beschichtung mit absichtlich zu klein berechneter Dachfläche im Angebot

Es wird mit dem Auftragsgeber zunächst ein Preis pro m² vereinbart. Im Angebot wird absichtlich eine kleinere Dachfläche als die tatsächlich vorhandene ausgewiesen. An dieser Fläche bemisst sich entsprechend der Preis; natürlich ist das kein Festpreis für die gesamte Dachfläche. Während oder nach der Beschichtung wird aber oft argumentiert, dass man sich versehentich verzählt habe, oder Garage, Anbau, etc. nicht berücksichtigte. Als Folge wird ein deutlich höherer Preis als der ehemals vereinbarte verlangt.

6. Beschichtung mit Anzahlung bzw. mit Teilzahlungen

Einige Anbieter verlangen nach Auftragsvergabe eine Anzahlung, angeblich um Material zu kaufen, mit der Gefahr, dass der Beschichter mit dem im Voraus bezahlten Geld untertaucht oder verschwindet. Ein ernstzunehmender Beschichtungsbetrieb hat normalerweise aber genug Material auf Lager. Auf ähnliche Weise versuchen einige unsere eher nicht ernstzunehmenden Konkurrenten eine Beschichtung mit Teilzahlungen zu vereinbaren. Nach der Reinigung wird z.B. 50% der Brutto-Endsumme als Teilzahlung verlangt: „Das Dach ist gereinigt, die Hälfte ist also gemacht, wir kommen morgen zum Beschichten!“ Es wurde aber zu diesem Zeitpunkt von der Beschichtungsfirma noch kein Material verbraucht, somit besteht die große Gefahr, dass keiner mehr erscheint. So wird versucht dem Kunden eine „teure Reinigung“ anzudrehen.

7. Beschichtung mit z.B. 20% Preisnachlass für Referenz- oder Musterhäuser

Fast in jedem abgelegenen Dorf kann man heutzutage eine Dachbeschichtung finden. Es gibt bundesweit hunderttausende Musterhäuser. In Wirklichkeit ist dies kein Preis mit 20% Preisnachlass, sondern ein ganz normaler, vorher um über 20% höher angesetzter Preis mit dem Ziel den Interessenten zu ködern um Ihn dadurch möglichst schnell, „bei so einer einmaligen Gelegenheit“ zu einer Unterschrift zu bewegen, ohne dass er Zeit gehabt hätte  Leistungen zu vergleichen und in Ruhe nachzudenken.

8. Reinigung mit Heißwasser

Hier meinen einige Anbieter, dass Heißwasser während der Reinigung erfolgreicher die Keime der Mikroorganismen, die noch in den Poren sitzen, abtötet. Wir teilen diese Erfahrungen nicht unbedingt, weil herkömmliche Heißwasserreinigungsgeräte eine Temperatur von nur max. 65° erreichen. Die Keime der Mikroorganismen, die für Moos - oder Flechtenerscheinung verantwortlich sind, können aber bekannter Weise solche Temperaturen im Sommer aushalten (Dächer können unter direktem Sonnenlicht bis zu 75° aufheizen und trotzdem vermehren sich die Flechten). Andererseits haben Heißwasserreinigungsgeräte einen deutlich schwächeren Druck (nur bis 170 Bar), was nicht unbedingt zu einer porentiefen (mit allen inbegriffenen Nachteilen) Reinigung führt.

9. Niedriger qm-Preis ohne vorherige Besichtigung des Objektes

Sehr oft werben verschiedene Anbieter mit einem scheinbar sehr günstigen Quadratmeterpreis ohne das Dach und alle Umstände überhaupt gesehen zu haben. Häufig übersieht aber der Interessent das kleine Wort ab vor dem Quadratmeterpreis. Und wenn der potentielle Auftraggeber doch auf den in der Anzeige erwähnten niedrigen Preis besteht, dann ist zu erwarten, dass die Mehrwertsteuer noch obendrauf kommt, oder, dass der Beschichter viel weniger Farbe als notwendig verwendet und ohne eine separate Grundierung auskommt um den günstigen Preis mit Mühe einzuhalten. Das Dach könnte auch deutlich steiler und höher sein als erwartet, die Oberfläche viel schmutziger und grobporiger, was dann? Unserer Meinung nach ist das ein Versuch seitens des Anbieters einen unerfahrenen Schnäppchenjäger anzulocken. Im Nachhinein ist man aber cleverer. Die Wahrscheinlichkeit, dass so eine Beschichtung aufgrund der z.B. minderwertigen Materialien, Ausführung ohne separaten Grundierung oder dünnerer Schichtstärke überhaupt 5 Jähre vernünftig hält, ist sehr gering.

10. Reinigung einer kleinen Dachfläche an der auffälligsten Stelle.

Es erscheinen unangefordert ein paar in Berufsbekleidung angezogene Leute an der Haustür und wollen das Dach imprägnieren, versiegeln oder nur reinigen. Der Hausbesitzer lehnt das erwartungsgemäß ab. Daraufhin argumentieren diese, wie sich später als ausgefuchst herausstellt, wie folgt: „ Wir zeigen Ihnen unverbindlich und kostenlos an einer kleinen Musterstelle, wie schön und sauber Ihr Dach nach der Reinigung aussehen wird und dann können Sie selbst immer noch entscheiden, ob Sie es machen“. Und bevor der Hausbesitzer geblendet durch die Wörter unverbindlich und kostenlos begriffen hat, auf was er sich einlässt, steigen die Arbeiter aufs Dach und reinigen buchstäblich innerhalb von einer Minute eine kleine Stelle, z.B. direkt oberhalb des Einganges oder Haustür. Diese gereinigte Stelle sieht aber jetzt deutlich heller aus als das restliche, dreckige Dach. Der Unterschied ist wirklich krass. Das gesamte Dach erscheint jetzt nicht mehr als eine Einheit, sonder als eine Dachfläche mit einem hellen Fleck, gerade an der auffälligsten Stelle. Und bevor der verdutzte Hausbesitzer endlich begriffen hat, was für ein Spektakel eigentlich vor seiner Haustür abläuft, sind die Dachreiniger unten und betrachten theatralisch die o.g. Stelle. Weiterhin wird argumentiert: „Ja…jetzt sieht es aber noch blöder aus! “ Als ob das von vornherein nicht klar gewesen wäre! Als Lösung wird dem immer noch nicht zur Besinnung gekommenen Hausbesitzer jetzt logischerweise vorgeschlagen das ganze Dach zu reinigen um die krassen Unterschiede auszugleichen und Ihm peinliche Gespräche mit den Nachbarn zu ersparen. Gedrängt von solchen „Facharbeitern“ und ohne eine andere schnelle und vernünftige Lösung zu finden, kapituliert der Hausbesitzer in solchen Situationen häufig und lässt die Arbeiter gewähren. Somit haben diese  „Facharbeiter“ dem Eigentümer schon mal zumindest eine nutzlose Reinigung (in der Regel zu stark überhöhten Preisen) angedreht.

11. Präparierter Hochglanz.

Alle Anbieter dieser Branche wissen, dass der prachtvolle Glanz einer neuen Dachbeschichtung auf fast alle potentiellen Interessenten sehr gut wirkt. Aus diesem Grund präsentieren einige Anbieter um einen eindrucksvolleren optischen Effekt zu erzielen in Ihren Flyern und Prospekten, auf der eigenen Homepage, etc. Bilder von Häusern, die mit neuen glasierten Tonziegeln oder neuen fabrikmäßig mit Polyuretan beschichteten Betonpfannen eingedeckt sind. Man kann diesen Trick jedoch leicht entlarven. Erstens haben glasierte Tonziegel eine andere Form als Betonpfannen. Die meisten Beschichtungen erfolgen jedoch auf Betonpfannen. Zweitens haben nur glasierte Tonziegel diesen markanten, nicht zu verwechselnden Hochglanz. Drittens sind auf Bildern von neuen Dächern die Einfassungen aus Blei, Zink oder Blech rund um die Kamine, Fenster, Gauben, etc. immer im ursprünglichen Naturfarbton zu sehen. Bei beschichteten Dächern sind diese Einfassungen nach Wunsch der Hauseigentümer zu 99% mitbeschichtet und sollten auf den präsentierten Bildern in demselben Farbton, wie die Dachpfannen erscheinen. Viertens sind die Häuser auf solchen Bildern häufig moderner Bauart. Auf neuen Häusern lassen sich auf den Dächern meistens keine nachträglich beschichteten Pfannen antreffen. Fünftens sind auf den präparierten Bildern mit neuen Betondächern die Unterkanten der Dachpfannen immer abgerundet (späte Generation). Bei älteren Dachpfannen sind diese Unterkanten noch scharf (frühe Generation). Besonders peinlich ist, wenn eigentlich seriöse Farbhersteller, die so etwas nicht nötig hätten, verfälschte Bilder von Dächern mit neuen Dachpfannen präsentieren, damit man sieht und feststellt, wie angeblich einheitlich deckend und glänzend ihre Dachfarbe ist.

Es ist wichtig zu wissen, dass der von vielen Interessenten gewünschte Hochglanzgrad auf Dauer nicht realisierbar ist (auch wenn einige einfallsreiche Anbieter dies behaupten). Man kann mit speziellen Glanzverstärkern einen kurzfristigen Glanzeffekt (schwächer jedoch als Hochglanz) erreichen. Wenn aber der gewünschte Glanzgrad nicht direkt vom Farbhersteller eingestellt ist, sondern vom ausführenden Beschichter durch Beimischung der Glanzverstärker in die Farbe selbst erfolgt ist, dann besteht große Gefahr, dass man eine gute Dachfarbe mit ausgewogenen Eigenschaften eher aus der Balance bringt. Die Farbe verliert dadurch Ihre ursprünglichen Eigenschaften. Schon nach einigen Jahren lässt der Glanz merkbar nach. Außerdem haben wir noch keine Konkurrenzfirma gesehen, die Hochglanz zum Bestandteil der Garantie gemacht hätte.

12. Kupferelemente auf dem First.

Es gibt einige Anbieter, die spezielle Kronen aus Kupfer auf dem Dachfirst montieren und versuchen unerfahrenen Hauseigentümern deren Wirkung als Allheilmittel gegen Moosbildung zu „verkaufen“.
Es stimmt, dass die Sulfate, die am Kupfer durch Regen, Sonne und Sauerstoff entstehen, Moos- oder Flechtenbildung auf der Dachoberfläche sichtbar verlangsamen. Leider entstehen Moose, Algen und Flechten zwar langsamer, dennoch ungehindert weiter, weil die Poren der Dachpfannen nach wie vor nicht verschlossen sind und alle Nährstoffe für die Moos- oder Flechtenbildung in diese Poren eingesaugt werden. Die am Kupfer entstandenen Sulfate können das Wachstum von Flechten, etc. in den Poren nicht komplett verhindern.
Des weiteren sieht so ein mit Kupferelementen versehenes Dach trotzdem veraltet und ungleichmäßig aus, weil keine Farbbeschichtung vorgenommen wurde: es sind zwar weniger Moose und Flechten an der Dachoberfläche zu sehen, dafür aber mehrere hellere und grünliche Streifen, bedingt durch die Wirkung von Sulfaten (ähnlich wie Patinaspuren auf alten Denkmälern). Außerdem verhelfen diese Kupferelemente nicht der Verlängerung der Lebensdauer des Daches. Die offenporigen Dachpfannen können im Laufe der Jahre zersprengen, da sich die Feuchtigkeit in den Poren absetzt, gefriert und durch die entstehende Ausdehnungskraft die Pfanne zerbricht.

13. Energiesparberatung Trick.

Die Hausbesitzer werden auf einmal von einer unbekannten Firma angerufen. Es wird von einer Dame mit netter Stimme telefonisch vorgeschlagen einen Termin für eine kostenlose und unverbindliche Energiesparberatung zu vereinbaren (alternativ findet man im Briefkasten einen persönlichen Gutschein für die o.g. Beratung mit dem Terminvorschlag). Verunsichert durch die Einführung eines Energieausweises und steigende Energiekosten, bewilligen die Hausbesitzer den Vorschlag. Am vereinbarten Tag erscheint der „Energieberater“, prüft flüchtig Außenwände, Fenster, fragt nach deren Isolierung. Dann wird anstatt einer erwarteten Energieberatung nur über das Dach gesprochen, kurz hinsichtlich einer vorhandenen Dachisolierung nachgefragt. Danach wird weder ein Blick auf den Dachboden geworfen, um den Zustand der Folie und Isolierung zu prüfen, noch werden Messungen mit einer Infrarotkamera durchgeführt.

Letztlich wird ohne Berechnungen über möglicherweise vorhandene Energieverluste begonnen eine Dachbeschichtung als „Wundermittel“ anzudrehen (häufig zu sehr überhöhten Preisen, jedoch z.B. mit vorher einkalkulierten Rentnerrabatten).

Die Fragen und Sorgen der Hauseigentümer über z.B. steigende Heizkosten werden missachtet, geschickt ignoriert, das ganze Gespräch wird eingeschult auf die Dachbeschichtung „fokussiert“.
Die Masche einer solchen „Energiesparberatung“ ist sich auf o.g. Weise Zutritt ins Haus zu verschaffen, um damit in Ruhe die Möglichkeit zu nutzen, die Hausbesitzer durch eine ausgeklügelte Argumentation zu überrumpeln, womöglich eine Dachbeschichtung „aufzuschwatzen“ um einen Auftrag zu ergattern.

Hausbesitzer (oft sehr betagt), die selten mit so einer ungewöhnlichen Stresssituation konfrontiert werden, bedrängt durch solche „Fachberater“, ermüden und entkräften während eines langen,  unzumutbaren Gesprächs, haben häufig keine Argumente um ein aufdringliches Angebot dieser Art abzulehnen oder einen anderen Ausweg zu finden.

Man erteilt aus Unerfahrenheit und Verzweifelung den Auftrag für eine Dachbeschichtung ohne in Ruhe nachzudenken, Gegenangebote einzuholen und Konditionen zu vergleichen.