Dachreinigung

Nach Begutachtung wird das Dach mit Hochdruck (Rotations-Wirbelverfahren, reines Wasser, bis zu 275 Bar Druck) gründlich und porentief gereinigt. Ohne chemische Zusätze werden Moose, Flechten und Algen aus den Poren entfernt. Dieser starke Druck ist notwendig, sodass auch die Besandung aus den Pfannen herausreinigt werden kann um den Untergrund optimal für die anschließende Grundierung vorzubereiten. Dabei stützen wir uns auf genügend eigene Erfahrung in Sachen Intensität, Einfallwinkel des Wasserstrahls und Dauer der Reinigung bei schwierigen Stellen: Unterkanten und seitliche Überlappungen der Pfannen (Falze). Die Unterkanten werden auf keinen Fall von unten gereinigt, sondern durch langsames Gleiten des intensiv rotierenden Wasserstrahles (Wirbelsäuleverfahren) im ca. 90° Winkel zur Dachoberfläche mittels schnellen, seitlich kreisenden Wasserbewegungen von der Verschmutzung befreit. Damit wird die Gefahr ausgeschlossen, dass das Wasser während der Reinigung ins Dachinnere eindringt und womöglich bei einer fehlenden oder zerbröselten Folie eine teure Innenisolierung beschädigt. Bei den seitlichen Überlappungen ist es wichtig den Winkel des Wasserstrahles von ca. 90° zur Dachoberfläche bei z.B. „Taunuspfanne“ - (einfachste Pfanne für die Reinigung) über ca. 45° zur Dachoberfläche bei z.B. „Frankfurter Pfanne“ bis zu 20° zur Dachoberfläche bei der „Doppel S“ (die schwierigste Pfanne für die Reinigung) zu halten und den ganzen seitlichen Schlitz (Falz) von oben nach unten in Ablaufrichtung von Schmutz zu befreien. Aus diesem Grund benutzen wir speziell angefertigte gebogene Lanzen (Verlängerungen der Arbeitspistolen), welche die Reinigung aus einem Spitzwinkel überhaupt ermöglichen. 

Wichtig: Wenn das Dach allerdings ohne nachfolgende Dachbeschichtung nur gereinigt wird, sind die Dachpfannen zwar keimfrei, jedoch dauert es nicht mehr lange bis die kurzfristig sauberen, aber durch die Reinigung sogar größer gewordenen Poren und Kapillare der Dachpfannen schmutzige Regentropfen, Pollen, Blüten, Vogelkot, etc. wieder einsaugen. Aufgrund dieser "Nahrung" entstehen bereits nach einem Jahr langsam wieder Moose, Algen und Flechten. Außerdem sieht ein gereinigtes Dach, bedingt durch den ungleichmäßig abgetragenen farbigen Oberflächenschutz oder farbige Besandung, optisch immer ungleichmäßig und fleckig aus

Fazit: nur eine Dachreinigung hat wenig Sinn. Man muss unbedingt die offenen Poren schließen. (Bei absolut neuwertigen Dachpfannen mit intakter farbiger Oberfläche oder bei der jüngeren Generation von engobierten Tonziegeln empfiehlt sich mindestens eine penetrierende, farblose Versiegelung).

Vorsicht: Einige Firmen bieten  im Internet  Dachreinigung von Pfannen und Ziegel an, die eigentlich keine ist. Gemeint sind Betriebe, die auf die schmutzige Dachoberfläche mit sichtbaren Flechten und Moosen, etc. fungizidhaltige oder algizidhaltige farblose, wässrige Substanzen aufsprühen, die diese Moose und Flechten langsam abtöten sollen. Im Verlauf der darauf folgenden Monaten sollen diese absterbenden Moose und Flechten durch Wind und Regen von der Dachoberfläche abgespüllt werden.  Es wird allerdings seitens der Anbieter ehrlicher Weise zugegeben, dass die Wirkung erst nach ca. 5 Monaten sichtbar wird und dass die gesamte Maßnahme spätestens nach 2 Jahren zu wiederholen ist.

Aufgrund unserer 17-Jähriger Erfahrung im Bereich Dachreinigung mit anschließender Dachbeschichtung raten wir den Interessenten gänzlich von so einer Dachbehandlung ab. Erstens bleibt  ein auf dieser Weise behandeltes  Dach nach wie vor schmutzig (Moose und Flechten sind nicht entfernt worden, sondern schrumpfen und vergilben lediglich) und selbst nach versprochenen 5 Monaten optisch absolut unansehnlich. Zweitens sind die Poren und Kapillaren der Dachpfannen nach wie vor offen und nach mehreren kräftigen Regengüssen praktisch ohne  Restwirkung von Fungiziden und Algiziden. Was passiert, wenn die Poren der Dachpfannen auf Dauer offen sind, haben wir bereits  beschrieben.  Für so eine "Dienstleistung"  Geld bezahlen? (nach unseren Recherchen mehr als für eine ordentliche  Hochdruckreinigung).

Daher sind wir der Meinung, dass dieses Verfahren sowohl kurzfristig als auch auf Dauer absolut nichts bringt, was die optische Aufwertung der Dacheindeckung angeht, geschweige denn von der Verlängerung der Lebensdauer der Pfannen.

Achtung: manche, unserer Meinung nach, nicht unbedingt seriösen Anbieter, reinigen mit billigen elektrischen Hochdruckreinigern, die keinen ausreichenden Druck erzeugen.

Mit schwachem Druck ist es beinahe unmöglich die Besandung von der Oberfläche der alten Betondachsteine herauszureinigen. Bei der verbleibenden Besandung greift die nachfolgende Grundierung weder tief noch fest. Die Haftung für die darauf folgende Beschichtung wird kaum erreicht. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass so eine „Fachfirma“, die an Ausrüstung spart und solche „schwachen“ Geräte verwendet, die nötige Kompetenz, Geduld und Erfahrung hat um aus den Unterkanten und Falzen Moose, Flechten und Schmutz rauszureinigen, sehr gering (mit allen begleitenden Nachteilen).

Warnung: Wenn der ausführende Dachreiniger (oder bei flachen Dächern gar der Hausbesitzer, der unbedingt an der falschen Stelle sparen will) ohne Schulung, professionelle Reinigungsmaschine mit mind. 250 Bar Druck, spez. gebogener Lanze, Standvermögen zur stundenlangen Arbeit mit seitlich geneigter Körperhaltung (damit man die Falze gründlich reinigen kann) am Werke ist, entstehen schon nach ca. 2-3 Jahren trotz guter Grundierung und zweifacher Farbbeschichtung wieder Moose an den Falzen und Unterkanten.

Unsere Einstellung zu Firmen, die mit Heißwasser reinigen, entnehmen Sie bitte dem Abschnitt Tricks und Maschen.