Dachbeschichtung. Preise und Kosten

Ein Interessent bekommt von Marder GmbH in der Regel ein kostenfreies Angebot mit fünf unterschiedlichen Festpreisen für fünf verschiedene Qualitätspakete. Je nach Qualitätsstufe richten sich die Preise nach mehreren Faktoren:

 

1. Was wird unter einer Grundierung verstanden? Erfolgt wirklich eine separate Grundierung? Was für ein Grundierungsmaterial ist empfehlenswert? (ausführliche Erklärung, worauf hier zu achten ist, finden Sie im Abschnitt Ablauf – Grundierung – Besonders Wichtig)

2. Das gemeinsam mit dem Kunden abgesprochene und je nach Qualität und gewünschter Haltbarkeit ausgesuchte Beschichtungsmaterial.

3. Verbrauch und Festkörpergehalt des Materials, die daraus folgende gesamte Schichtstärke (Trockenschichtdicke) der Beschichtung, durchschnittliche Geschwindigkeit des Abbauens des Materials und damit verbundene Haltbarkeit und Aussehen.

4. Seriösität der ausführenden Beschichtungsfirma (Tricks, die Jahrzehnte lang funktionieren).

5. weitere Faktoren, wie: Dachgröße, Dachneigung, Dachhöhe, Verschmutzungsgrad, Zustand der Pfannen und des Firstes, Zugänglichkeit, Abklebungs- und Abdeckungsaufwand, etc.

6. Fein,- Mittel,- oder Grobporigkeit der Dachpfannen oder Ziegel (bis zu 80% mehr Farbverbrauch bei Grobporigkeit)

An dieser Stelle wollen wir einige Faktoren ausführlicher erläutern.

Faktor 2. In der Dachbeschichtungsbranche gibt es mehrere verschiedene Beschichtungsmateriale. Alle diese Materiale beinhalten zum größten Teil Acrylat. Aus unserer Erfahrung sind es aber auch große Unterschiede zwischen den einzelnen Acrylaten festzustellen. Acrylat ist nicht gleich Acrylat. Wir sind keine staatliche Organisation um ein unabhängiger Warentest zu machen (das führt nur Stiftung Warentest durch), wollen jedoch diese Unterschiede an einigen Farbprodukten, die am häufigsten verwendet sind, dem potentiellen Interessenten aufgrund unserer mehr als 20-jährigen praktischen Erfahrung erklären.

Material auf Acrylatbasis auch Copolymer Acrylat genannt: mit diesen Worten versuchen die Hersteller häufig in der Farbe enthaltenen Styrol zu tarnen. Nachdem die Farbhersteller erfahren haben, dass Styrolacrylat von allen Seiten in die Kritik geraten ist, schreiben Sie in Ihren Technischen Merkblättern dieses Wort nicht mehr. Das Wort Styrolacrylat wurde durch die Wörter Acrylatbasis oder Copolymer Acrylat “geschickt” ersetzt. Diese Styrole bergen jedoch Weichmacher, die am Anfang für Dehnungsfähigkeit (Elastizität) der Dachfarbe sorgen. Im Laufe der Zeit fangen an diese Weichmacher unter der Wirkung von Witterungseinflüssen sich auszuwaschen und entweichen. Ohne Weichmacher verliert jede Dachbeschichtungsfarbe auf Styrolacrylatbasis an Elastizität, wird spröde, bei Temperaturschwankungen – allmählich rissig, platzt stellenweise ab und bröckelt schließlich langsam vom Untergrund ab. Preislich ist dieses Material zwar sehr günstig, nach 5-6 Jahren sieht ein Dach nach der Dachreinigung und Dachbeschichtung mit Styrolacrylat, bedingt durch Farbrisse, erneut entstandene Flechten und Farbabplatzungen, nicht mehr aus.

Reinacrylatgutes, ausgewogenes Material, enthält keine Weichmacher, ist von sich selbst elastisch. In der Regel haben Reinacrylate gute Pigmentierung und Deckkraft, stärkeren Glanz, sind UV- stabilisiert, bleichen langsamer als Styrolacrylate aus. Nachteil – nicht immer ausreichende Atmungsaktivität, die bei Dächern mit sandigen, groben Untergründen zwangsläufig zu dünneren Schichtstärken als notwendig führt. In der Folge sieht die Beschichtung mit Reinacrylat aufgrund des schwachen Farbvolumens nicht immer einheitlich und homogen aus. Eine dünnere Schichtstärke (Trockenschichtdicke) führt außerdem zu einer verkürzten Lebensdauer der Dachbeschichtung als gewünscht , da sich die Dachbeschichtungsfarbe im Laufe der Zeit mit ca. 25-30µm pro Jahr abnutzt und verschleißt. Preislich ist Reinacrylat deutlich teurer als Styrolacrylat, hält aber auch länger. Zu beachten ist, dass man Reinacrylat mit hohem Festkörpergehalt max. nur 0,6-0,7 L/m² auftragen kann, da die Beschichtung bei einem höheren Materialverbrauch und dadurch größerer Schichtstärke nicht mehr dampfdiffusionsoffen (nicht atmungsaktiv) ist. Realisierbare Schichtdicke bei Tonziegel ca. 200µm, bei feinporigen Betonpfannen ca. 250µm, bei mittelporigen Betonpfannen ca. 300µm. Realistische Haltbarkeit je nach Dachreinigung (wie ordentlich die Unterkanten und Falze gereinigt sind), Grundierung (ob separat oder nicht?), Festkörpergehalt, Verbrauch und daraus folgende Schichtstärke – ca. 8-11 Jahre.

Es sind jedoch viele Farbhersteller auf dem Markt, die Ihre Reinacrylat Farben zwar mit guten Pigmenten ausstatten, dafür aber mit weniger Festkörpergehalt als bei Verarbeitern gewünscht ist. Z.B. bei sehr beliebter von vielen Beschichtungsfirmen günstiger Reinacrylatfarbe Isonit von dänischem Farbhersteller Iso Paint Nordic A/S ist der Festkörpergehalt geringer als bei führenden deutschen Farbherstellern. Laut Technischem Merkblatt der Firma Iso Paint entsteht bei empfohlenen Verbrauch für Betonpfannen von ca. 1L für 2,3m² – entspricht 0,44 L/m² eine Schichtstärke lediglich von ca. 123µm. Bei einem gewöhnlichen Verbrauch von ca. 0,6 L/m² wird entsprechend lediglich ca. 170µm, jedoch nicht ca. 300µm Trockenschichtdicke erreicht. Außerdem ist zu beachten, dass die Verarbeiter laut Technischem Merkblatt vom Isonit die Dächer mit Tonziegeln nicht beschichten dürfen. Es sind also auch zwischen Reinacrylaten von verschiedenen Herstellern große Unterschiede festzustellen.

Reinacrylat veredelt mit Nanopolyurethan: noch vor 5 Jahren haben einige Farbhersteller dieses Beschichtungsmaterial in Ihrem Programm. Später wurde dieses Material aus der Produktionspalette rausgenommen, weil die Erwartungen für die Qualitätssteigerung nicht erfüllt wurden. Einige Betriebe, die Dachbeschichtung ausführen, verwenden jedoch in Ihrer Internetpräsentation, Prospekten und Angebotsformularen diesen Begriff, wobei dieses Material realistisch nicht zu haben ist.

Reinacrylat mit Nanopartikeln: Seit ca. 5-7 Jahren haben praktisch fast alle führenden Hersteller der Dachbeschichtungsfarben Reinacrylat mit Nanopartikeln in Ihrem Programm. Die winzigen Nanoteilchen sorgen für besseren Abperleffekt und demzufolge für eine saubere Dachoberfläche. Marder GmbH hat bereits vor Jahren mehrere Reinacrylate mit Nanopartikeln von fast allen namhaften Farbherstellern ausprobiert. Wir waren am Anfang sehr optimistisch bezüglich der Vorteile, die Nanotechnologie verspricht. Schon nach ca. 2 bis 3 Jahren waren wir etwas enttäuscht, da der von Kunden und uns gewünschte Selbstreinigungseffekt (wahrscheinlich durch die Ausbleichung bei Sonneneinwirkung) leider merklich nachgelassen hat. Derselbe Nachteil wie bei Reinacrylat – nicht immer ausreichende Atmungsaktivität, die bei Dächern mit sandigen, groben Untergründen zwangsläufig zu dünneren Schichtstärken als notwendig führt. Realisierbare Schichtdicke (bei hohem Festkörpergehalt der Farbe) bei Tonziegel ca. 200µm, bei feinporigen Betonpfannen ca. 250µm, bei mittelporigen Betonpfannen ca. 300µm. Abnutzungsprozess im Vergleich zu Reinacrylat wird leider in der Praxis kaum aufgehalten und auf ähnlicher Weise wird die Schichtstärke um 25-30µm pro Jahr verringert. Realistische Haltbarkeit der Dachbeschichtungen mit diesem Material je nach Dachreinigung (wie ordentlich die Unterkanten und Falze gereinigt sind), Grundierung (ob separat oder nicht?), Festkörpergehalt, Verbrauch und daraus folgender Schichtstärke – ca. 9-12 Jahre.

Fluorpolyurethan verstärktes Reinacrylat (Nanoprodukt): dieses Beschichtungsmaterial wurde vor ca. 9 Jahren von der Firma Relius in Kooperation mit der Technischen Universität München entwickelt. Nanostrukturierte Fluorpolyurethane von der Fa. Relius haben sich stabiler als die Nanopigmente von den anderen Farbherstellern erwiesen. Die durchschnittliche Geschwindigkeit des Abbauens von diesem Material ist etwas geringer als bei den anderen mit Nanotechnologie entwickelten Farbprodukten. Dieses Material ist bis jetzt das beste Beschichtungsmaterial mit Nanotechnologie, das wir ausprobiert haben. Leider hat auch bei diesem Material der von uns gewünschte Selbstreinigungseffekt (wahrscheinlich durch die Ausbleichung bei Sonneneinwirkung) nach ca. 4-5 Jahren merklich nachgelassen. Zu beachten ist, dass man mit fluorpolyurethan verstärktem Reinacrylat max. nur 0,6-0,7 L/m² auftragen kann, da die Beschichtung bei einem höheren Materialverbrauch und dadurch größerer Schichtstärke nicht mehr dampfdiffusionsoffen (nicht atmungsaktiv) ist. Realisierbare Schichtdicke bei Tonziegel ca. 200µm, bei feinporigen Betonpfannen ca. 250µm, bei mittelporigen Betonpfannen ca. 300µm. Realistische Haltbarkeit je nach Dachreinigung, Grundierung (ob separat oder nicht?), Verbrauch und daraus folgender Schichtstärke – ca. 11-14 Jahre.

Teflon verstärktes Reinacrylat (Nanoprodukt): Schon vor 20 Jahren haben wir Reinacrylat mit Teflonkomponenten vom Hersteller Dörken AG getestet und nach einem Beobachtungszeitraum von ca. 3 Jahren für sehr gut befunden. Später hat auch Fa. Caparol ein ähnliches Beschichtungsmaterial entwickelt. Winzigste Teflonkomponenten als Nanostrukturen sorgen dafür, dass Schmutz an der Dachoberfläche kaum haften kann und schneller als sonst durch Regen abgespült wird. Nach einem längeren Beobachtungszeitraum von ca. 7 Jahren, mussten wir feststellen, dass dieser Effekt im Laufe der Zeit durch Witterungseinflüsse, Sonneneinstrahlung und damit verbundener Verringerung der Schichtstärke allmählich nachlässt. Zu beachten ist, dass man mit teflonverstärktem Reinacrylat genauso wie mit Reinacrylat, Reinacrylat mit Nanopartikeln, sowie Fluorpolyurethan verstärktem Reinacrylat  max. nur 0,6-0,7 L/m² auftragen kann, da die Beschichtung bei einem höheren Materialverbrauch und dadurch größerer Schichtstärke nicht mehr dampfdiffusionsoffen (nicht atmungsaktiv) ist. In der Folge sieht die Beschichtung mit teflonverstärtem Reinacrylat bei körnigen und sandigen Betonpfannen aufgrund des geringeren als notwendig Farbvolumens nicht immer einheitlich und homogen aus. Realisierbare Schichtdicke (bei hohem Festkörpergehalt der Farbe) bei Tonziegel ca. 200µm, bei feinporigen Betonpfannen ca. 250µm, bei mittelporigen Betonpfannen ca. 300µm. Abnutzungsprozess wird allerdings um ca. 3 Jahre im Vergleich zu Reinacrylat aufgehalten. Realistische Haltbarkeit je nach Dachreinigung (wie ordentlich die Unterkanten und Falze gereinigt sind), Grundierung (ob separat oder nicht?), Festkörpergehalt, Verbrauch und daraus folgende Schichtstärke – ca. 11-14 Jahre.

Silikonharzveredeltes Reinacrylat mit Nano: dieser flüssige Kunststoff ist nach unseren Anforderungen von einem renomierten Farbproduzenten speziell für Marder GmbH hergestellt (Sonderproduktion bundesweit explizit für Marder GmbH, extra gekennzeichnet und etikettiert für Marder GmbH) und nach einer langen Testphase auf der Wetterstation und Simulation bez. der Einwirkung der Witterungseinflüsse in Betrieb genommen. Perfektion ist dabei selbstverständkich nicht gelungen. Das Material hat leider einige Nachteile im Vergleich zu o.g. Produkten (etwas geringere Elastizität, etwas schwächerer Glanzgrad). Dank diffusionsoffenem Silikon ist diese Beschichtungsfarbe jedoch atmungsaktiver als die o.g. Beschichtungsmateriale (Sd-Wert und Wasserdampfdiffusionswiderstandzahl sind niedriger) und ermöglicht aus diesem Grund eine fast doppelte Schichtstärke. Die Schichtstärke (Trockenschichtdicke) der Beschichtung ist für die Haltbarkeit enorm wichtig, da sie permanent unter Einwirkung von Witterungseinflüssen abbaut und verschleißt. Deswegen hält unsere Dachbeschichtung deutlich länger, weil sie nicht so schnell verschleißt, und aufgrund des größeren Farbvolumens optisch schöner, homogener und schattierungsfrei aussieht. Der bekannte Abperleffekt durch Silikonharz hilft in den ersten Jahre sauberere Dachoberfläche im Vergleich zu Farbprodukten auf Reinacrylatbasis zu haben. Informationen über dieses Material, welches wir seit Jahren erfolgreich verwenden mit entscheidenden Vorteilen für die Haltbarkeit und Aussehen der Dachbeschichtung finden Sie in den Abschnitten: Dachbeschichtung. Ablauf,  Dachbeschichtungsfarbe, sowie im nachfolgenden Abschnitt Faktor 3. Realisierbare Schichtdicke bei Tonziegel ca. 400-450µm, bei feinporigen Betonpfannen ca. 500µm, bei mittelporigen Betonpfannen ca. 550µm. Realistische Haltbarkeit der Dachbeschichtungen mit diesem Material (nach ordentlicher Dachreinigung mit 250-275 Bar Hochdruck und bei Verwendung der Siloxangrundierung (siehe Abschnitt Dachbeschichtung. Ablauf. Grundierung) – ca. 20-22 Jahre.

Fazit: Acrylat ist nicht gleich AcrylatZweimal beschichten ist nicht gleich zweimal beschichten und das Wort Nano besagt nicht unbedingt viel über die Qualität der Beschichtung. Nano ist in Deutschland  kein geschützter Begriff. Man soll sich aus dem Grund vor dem Wort Nanobeschichtung nicht blenden lassen. Jeder Farbhersteller interpretiert es anders und verwendet unterschiedliche Komponenten um Nanoeffekt zu erreichen. In Realität werden diese winzige Nanopartikel nach einigen Jahren vor allem durch die bleichende Sonne ziemlich schnell an der Dachoberfläche zerstört, so dass die “beste” Dachbehandlung auf Nanotechnologie (Stand 2019) nach lediglich 5 Jahren leider kein Abperleffekt sowie keine Nanoeigenschaften aufweist. Marder GmbH Dachbeschichtung ist hier leider keine Ausnahme.

Faktor 3. Nach der Dachreinigung und Grundierung erfolgt eine Dachbeschichtung bei nahezu allen Anbietern im Airlessverfahren, bei dem Farbe durch eine Düse versprüht wird. Die Düsen unterscheiden sich durch die verschiedenen Einspritzwinkel (die erste Zahl der Nummerierung an der Düse, bedeutet z.B. 4 = 40° Winkel; 5 = 50° Winkel etc.) und Einspritzmenge (die zweite und dritte Zahl der Nummerierung kennzeichnen die Größe der Öffnung an der Düse, wird in Tausendstel von der Maßeinheit „inch“ gemessen). z.B. 15,17,19,21,23,25, etc. Je größer diese Zahl, desto breiter ist die Öffnung an der Düse und desto mehr Farbe wird versprüht. Die für die Dachbeschichtung am häufigsten verwendeten Düsengrößen sind: 417, 419, 421, oder 517,519, 521. Demzufolge kann die Auswahl der Düse große Auswirkung auf die Farbmenge haben. Mann kann z.B. mit einer 615 Düse (d.h. Winkel 60°; Düsengröße 15) trotz zwei Beschichtungsvorgängen  insgesamt bis zu 5-mal weniger Farbe auftragen als mit einer 425 Düse. Die 615 Düse bedient eine große Fläche, deckt diese aber mit einer dünnen Schicht (In diesem Fall entsteht außerdem ein beträchtlicher Zeitgewinn). Die 425 Düse deckt eine kleinere Fläche ab, bringt aber deutlich mehr Farbe auf. Ein ca. 200m² großes Dach mit grober Pfannenbesandung kann mittels einer 425 Düse mit ca. 250L Farbe beschichtet werden, aber auch mit nur ca. 50 L, die man mit einer 615 Düse erreicht.

Dabei entstehen entsprechend absolut unterschiedliche Schichtstärken (Trockenschichtdicken) der Beschichtung, weil für die Bildung einer gewissen Schichtstärke allein die Menge des verbrauchten Materials und dessen Festkörpergehalt ausschlaggebend ist. Als Festkörpergehalt wird derjenige Massenanteil eines Beschichtungsstoffes bezeichnet, der unter festgelegten Bedingungen beim Eindampfen als Rückstand verbleibt. Für Reinacrylate von führenden deutschen Farbherstellern mit ca. 40 – 50 % Festkörpergehalt gilt: jede 0,1 L/m² liefert im Schnitt ca. 45-50µm Trockenschichtdicke. Der durchschnittliche Verbrauch in der Branche bei Betonpfannen von ca. 0,5-0,6 L/m² sorgt entsprechend für ca. 250-300µm Schichtstärke (Trockenschichtdicke).

Das Problem für eine langfristige Nutzungsdauer der Dachbeschichtung jedoch ist, dass sich das Beschichtungsmaterial im Laufe der Zeit unter Einwirkung von Witterungseinflüssen fortwährend abnutzt. Die ursprüngliche Schichtstärke baut ab und schrumpft zu einem fast nicht sichtbaren, ausgeblichenem Farbstaub. Je nach Materialart, Festkörpergehalt, Bindemittel, Pigmente, Sonneneinwirkung, etc. beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit des Abbauens ca. 20-30µm pro Jahr (nachgewiesene Laborwerte nach realistischem Farbenverschleiß auf dem Wetterstand).

Aus diesem Grund ist es enorm wichtig für einen langfristigen Erhalt der Dachbeschichtungen möglichst eine hohe Schichtstärke zu erreichen um langfristig mehr Reserve zu sichern. Eine hohe Schichtstärke (bei Erhaltung der Atmungsaktivität) sorgt außerdem für ein schönes, kraftvolles, sattes und homogenes Aussehen der Beschichtung, da mehr Farbvolumen eine raue, sandige und unebene Dachpfannenoberfläche besser deckt. Beim Preisvergleich ist es für den potentiellen Auftraggeber trotzdem sehr schwierig sich zu orientieren, weil so gut wie keine Dachbeschichtungsfirma im schriftlichen Angebot oder Auftrag (sehr selten im Internet oder Firmenprospekt) Angaben vom Materialverbrauch, Festkörpergehalt und daraus resultierender Schichtstärke macht. Man darf mit dem Verbrauch jedoch nicht übertreiben, weil ab einer bestimmten Schichtstärke die ganze Beschichtung nicht mehr atmungsaktiv ist (mit allen begleitenden Nachteilen). Bei Reinacrylaten, Reinacrylaten mit Nanopartikeln, fluorpolyurethan verstärkten Reinacrylaten, Reinacrylaten mit Teflon von führenden Farbherstellern liegt diese Grenze bei ca. 350µm. Man darf entsprechend nicht mehr als 0,6-0,7 L/m² Farbe mit hohem Festkörpergehalt versprühen. Technisch gesehen kann man mit o.g. Produkten selbstverständlich noch mehr Farbe aufsprühen. Eine ehrliche Firma wird das jedoch nicht machen, weil ansonsten die ganze Beschichtung nicht mehr atmungsaktiv wird: die Feuchtigkeit kann nicht schnell genug ausdampfen, es entsteht Kondenswasser unter den Dachpfannen, durch nicht abgeleitete Feuchtigkeit breitet sich langsam Schimmel, früher oder später bilden sich Blasen in der Dachbeschichtung. Bei silikonharzveredeltem Reinacrylat, welches wir für die Kunden mit gehobenen Anforderungen verarbeiten, liegt diese Grenze bei ca. 550-600µm bei einem Materialverbrauch von 1,1-1,2 L/m². Somit reicht ein von der Konkurrenz oft angegebener Maximalverbrauch von 0,6 L/m² samt einer resultierenden Schichtstärke von 300µm zwar für eine Standardbeschichtung aus, aber einer wirklich hochwertigen Dachbeschichtung hinsichtlich langfristiger Haltbarkeit und Aussehen ohne Schattierungen genügt dieser Verbrauch nicht.

Nachdem einige Anbieter gemerkt haben, dass Kunden sich vermehrt für Verbrauch und Schichtstärke einer Beschichtung interessieren, präsentieren besonders einfallsreiche Konkurrenzfirmen und sogar einige Farbhersteller den Materialverbrauch nicht mehr in L/m², sondern in Gramm/m². Dachfarbe wiegt aber im Schnitt bis zu 30% mehr als Wasser. Durch die größeren Zahlen wird hiermit ein größerer Verbrauch suggeriert (Ein stolzer Verbrauch von z.B. 800 Gr./m² reduziert sich zu einem bescheidenen Verbrauch von ca. 0,55 L/m²). Viele andere Möglichkeiten nicht unbedingt eine qualitative Dachbeschichtung auszuführen finden Sie im Abschnitt Dachbeschichtung. Tricks und Maschen

Viele Dachbeschichtungsfirmen bevorzugen außerdem die Dachfarben von den Herstellern zu beziehen, die Acrylate mit einer sehr hohen Fließbarkeit (die Fähigkeit der Farbe für seitliches Fließen um Druckspannungsunterschiede auszugleichen) und entsprechend einem sehr geringen Farbverbrauch produzieren. Um Materialkosten zu sparen und gleichzeitig jedem misstrauischen Kunden nachweisen zu können, dass Ihre zweifache Dachbeschichtung fachgerecht ausgeführt wurde, greifen einige Dachbeschichtungsbetriebe zu Dachfarben von solchen Herstellern, bei denen im Technischen Merkblatt unsere Meinung nach nicht ganz „ehrliche“ Angaben bezüglich des realistischen Verbrauchs stehen: z.B. 6m2 – 8m2 mit einem Liter Farbe. Bei so einem Verbrauch entsteht eine Trockenschichtdicke, die weniger als 100 µm misst und mit allen o.g. Nachteilen bezüglich der Haltbarkeit und Aussehens verbunden ist. Die anderen Farbhersteller irritieren die Verbraucher mit der Angabe von der Nasschichtdicke, die mehmals höher als Trockenschichtdicke liegt. Dadurch wird versucht ein größeren Farbverbrauch anzugeben und die Verarbeiter und Verbraucher zu täuschen.

Aus den o.g. Gründen besagt allein der Preis pro m² nichts über die Qualität der Dachbeschichtungen. Was ist z.B. gerechter, günstiger oder sinnvoller? 14 €/m² mit 0,3 L/m² ? 20 €/m² mit 0,5 L/m² ?  23€/m² mit 0,6 L/m² ? Ohne die Angaben des Farbverbrauchs und resultierender Schichtstärke bei ähnlichen Dachfarben und ähnlich qualitativ ausgeführter Beschichtung ist es, unserer Meinung nach, nicht korrekt die Anbieter nur nach Preis/m² zu vergleichen (was ca. 90% der unerfahrenen Interessenten ohne ins Detail zu gehen immer noch tun).

Folgendes Beispiel verdeutlicht unsere Überlegungen. Angenommen, es gilt ein ca. 200 m² Dach des mittleren Schwierigkeitsgrades mit besandeten Betonpfannen zu beschichten.

Preisbeispiel 1: Anbieter 1 ist angeblich sehr günstig und bietet alles komplett für ca. 14 bis 16 €/m² an. Die ganze Beschichtung kostet also ca. 3.000 € inkl. MwSt. Wenn er jedoch dank feinerer Düse in der Airlesspistole trotz 2 Beschichtungsvorgänge realistisch nur 0,3 L/m² aufträgt, dann hat er für die Beschichtung insgesamt nur 60 L Dachfarbe verwendet. Jeder verbrauchte Liter Farbe seiner Dienstleistung kostet den Auftraggeber 3.000 € / 60 L = 50,0 €. Falls die Beschichtung ohne separate Grundierung erfolgt (siehe den Abschnitt: Dachbeschichtung. Ablauf – Grundierung) und das ist bei so einem Preisniveau eher zu 90 % der Fall, dann sind auch die Preise im Bereich von 11 bis 13 €/m² zu realisieren. Die Beschichtung wird bei so einem Anbieter fast ausschließlich mit Styrolacrylat gemacht (getarnt als Material auf Acrylatbasis oder Copolymer Acrylat), nicht selten im nass-in-nass Verfahren, weist auffällige Schattierungen auf, hält nicht lange.

Preisbeispiel 2: Anbieter 2 ist relativ preiswert und bietet alles komplett für ca. 19 bis 21 €/m² an. Die ganze Beschichtung kostet also ca. 4.000 € inkl. MwSt. Wenn er aber nur 0,5 L/m² (in der Praxis eigentlich ein durchschnittlicher Verbrauch für Reinacrylate oder Reinacrylate mit Nanopartikeln bei mittelporigen Betonpfannen) verbraucht, dann hat er für die Beschichtung insgesamt ca. 100 L Dachfarbe verwendet. Jeder verbrauchte Liter Farbe seiner Dienstleistung kostet den Auftraggeber 4.000 € / 100 L = 40,0 €. Die Beschichtung erfolgt in der Regel mit Reinacrylat oder Reinacrylat mit Nano, nicht immer im trocken-in-trocken Verfahren, weist häufig kleine Schattierungen auf, hält jedoch besser als z.B. Styrolacrylat bei dem Anbieter 1. Falls die Beschichtung ohne separate Grundierung erfolgt (siehe den Abschnitt: Dachbeschichtung. Ablauf – Grundierung), und das ist beim Anbieter 2 leider immer noch sehr häufig der Fall, dann sind auch die Preise im Bereich von 16 bis 18 €/m² zu realisieren (leider mit allen damit verbundenen Nachteilen für Haltbarkeit und Aussehen).

Preisbeispiel 3: Anbieter 3 ist nicht so günstig und bietet alles komplett für ca. 22 bis 24 €/m² an. Die ganze Beschichtung kostet also ca. 4.600 € inkl. MwSt. Wenn er aber  0,6 L/m² (in der Praxis eigentlich die Maximalgrenze, falls mit hohem Festkörpergehalt, für Reinacrylate, Reinacrylate mit Nanopartikeln, Fluorpolyurethan verstärkte Acrylate und Teflon verstärkte Acrylate, da ansonsten die ganze Beschichtung nicht mehr atmungsaktiv wäre) verbraucht, dann hat er für die Beschichtung insgesamt ca. 120 L Dachfarbe verwendet. Jeder verbrauchte Liter Farbe seiner Dienstleistung kostet den Auftraggeber 4.600 € / 120 L = 38,3 €. Die Dachbeschichtung erfolgt bei so einem Preisniveau entweder durch Reinacrylat mit Nanopartikeln, Reinacrylat mit Fluorpolyurethan (Nano) oder Reinacrylat mit Teflon (Nano), in der Regel von einem sehr renommierten Farbhersteller, fast immer im trocken-in-trocken Verfahren, häufiger mit einer separaten Acrylatgrundierung, weist weniger Schattierungen auf und hält etwas länger als bei dem Anbieter 2.

Marder GmbH verwendet Silikonharzveredeltes Reinacrylat mit Nano (Sonderproduktion bundesweit explizit für Marder GmbH, extra gekennzeichnet und etikettiert für Marder GmbH) und empfiehlt 2 verschiedene Qualitätsstufen:

Preisbeispiel 4: Marder GmbH Standard ist auf dem ersten Blick teuer und bietet alles komplett für ca. 27 bis 29 €/m² an. Die ganze Beschichtung kostet in diesem Fall ca. 5.600 € inkl. MwSt. Wenn wir jedoch 1,1 L/m² verbrauchen (möglich nur mit diesem atmungsaktiven silikonharzveredeltem Reinacrylat), dann haben wir  für die Beschichtung insgesamt 220 L Farbe verwendet. Jeder verbrauchte Liter Farbe unserer Dienstleistung kostet den Auftraggeber 5.600 € / 220 L = 25,5 €, was deutlich günstiger ist als bei Anbieter 1, Anbieter 2 oder Anbieter 3. Natürlich bleibt 5.600 € teurer als 4.600 €,  4.000 € oder gar 3.000 €, aber die Beschichtung hält dann ca. 2 mal länger und sieht dabei optisch homogen, ohne Schattierungen aus. Man bekommt in diesem Fall auch eine erweiterte Garantie auf zusätzliche Faktoren (nicht nur auf die Haltbarkeit der Beschichtung wie bei dem Anbieter 2 oder dem Anbieter 3).  Siehe Abschnitt: Dachbeschichtung.Garantie

Preisbeispiel 5: Marder GmbH Premium liegt preislich noch höher und bietet alles komplett für ca. 31 bis 33 €/m² an. Diese Ausführung richtet sich an Kunden mit gehobenen Anforderungen für Haltbarkeit und Aussehen der Dachbeschichtung und beinhaltet eine separate, gesonderte Beschichtung der Unterkanten der Dachpfannen als eine zusätzliche 3. Schicht. Die rauen, offenporigen Stellen an den Unterkanten (auf Dauer die anfälligsten Stellen) sind dann praktisch 3 mal beschichtet und die Poren an den Unterkanten sind optimal verschlossen. Man verbraucht in diesem Fall noch etwas mehr Material, dafür aber bekommen die Unterkanten  eine spürbar glattere Oberfläche. Die Beschichtung hält dann noch länger und sieht optisch schöner und gesättigter aus. Wir gewähren in diesem Fall eine Sondergarantie auf die Haltbarkeit der Beschichtung, auf keine Entstehung von Flechten und Moosen an der Dachoberfläche und auf ein homogenes, schattierungsfreies Aussehen. Siehe Abschnitt: Dachbeschichtung.Garantie

Fazit: man hat auf Dauer effizienter investiert und genießt länger ein schöneres Dach.

Bildlich ausgedrückt, ist diese Vorgehensweise vergleichbar mit dem „tanken gehen“ vor einer langen Autoreise. Man kann auf einer Tankstelle einen deutlich günstigeren Spritpreis pro Liter erwischen als woanders. Es nutzt auf Dauer aber nicht, wenn man z.B. halb so viel, wie notwendig, tankt. Man kommt mit dieser Strategie einfach nicht zum Ziel. Wir haben immer darauf hingewiesen: Zweimal beschichten ist nicht gleich zweimal beschichten.

Faktor 4. Um berechtigte Garantieansprüche von Kunden zu umgehen und kostspielige Nachbesserungen zu vermeiden greifen viele Firmen, die Dachbeschichtungen seit langem ausführen, zu einem beliebten Trick: Man verändert heimlich den Firmennamen, gleichzeitig die HRA – oder HRB – Nummer und löscht dabei aus dem Handelsregister die alte Firma samt HRA – oder HRB – Nummer. Es erscheint, unbemerkt für neue Interessenten und Altkunden, augenscheinlich eine ähnliche Firma – juristisch gesehen, allerdings eine ganz andere: z.B. anstatt Mustermann Dachbeschichtung – eine Max Mustermann Dachbeschichtung, Mustermann Dachbeschichtungen, Mustermann Dach Concept, Mustermann Dachveredelung, usw. Der Internetauftritt bleibt jedoch ganz der alte, ohne jegliche Veränderungen. Die Website heißt nach wie vor: Mustermann Dachbeschichtung. Man “vergisst” sogar häufig diese Namensänderung und die neue HRB-Nummer im Impressum zu vermerken.

Auch ein “sehr netter” Firmenvertreter, der die Interessenten auf der Messe oder Stadtfest berät, akquiriert und behauptet, dass “seine” Beschichtungsfirma schon lange existiert, das beste Preis-Leistung Verhältnis anbietet und sehr seriös ist, bleibt der alte, selbstverständlich mit guten Umgangsformen. Die Überschrift im Internet: “Dachbeschichtung seit 25 Jahren” bleibt auch die alte, wobei nur einige alte Konkurrenzfirmen und Kenner in der Branche wissen, dass diese Firma z.B. erst seit 10 Jahren Dachbeschichtungen ausführt und schon einige Male den Firmennamen und HRB – Nummer geändert hat (Garantieansprüche der Altkunden gehen dabei selbstverständlich verloren).
Eine nützliche Hilfe gegen so einen “Trick” findet man im Internet. Auf den Internetseiten www.unternehmensregister.de und www.firmenwissen.de können Interessenten absolut kostenfrei (am besten bevor man zum Kunden geworden ist) unter Angabe des aktuellen oder alten Firmennamens und Ortes hilfreiche Informationen bezüglich der früheren Eintragungen, Firmenlöschungen, usw. finden und Ihre Entscheidung für oder gegen so eine Firma “bedacht” treffen.