Dachbeschichtung – Grundierung

Die sauberen Betonpfannen werden, damit die nachfolgende Grundierung durch die Kapillarwirkung tiefer eindringen kann, eigens dafür angefeuchtet (besonders ratsam bei hohen Temperaturen). Erst dann werden die Dachsteine durch speziellen lösemittelfreien Haftgrund zur tiefenwirksamen Verfestigung des Untergrundes grundiert – im Airless-Sprühverfahren ohne Farbnebel zu erzeugen wird passende Grundierung als tief penetrierende Haftvermittlung aufgebracht. (Im Vergleich zu vielen Anbietern, die nach der Reinigung entweder ohne eine separate Grundierung sofort die Pfannen beschichten, oder unabhängig von der Beschaffenheit der Dachoberfläche nur eine Acrylatgrundierung verarbeiten).

Grundsätzlich stehen bei Marder GmbH folgende Grundierungen zur Auswahl:

  • Acrylatgrundierung – wird verwendet als normale “standard” Verfestigung und Haftverbesserung für nachfolgende Beschichtung von Betondachsteinen, Tonziegeln und Faserzementplatten.
  • Siloxangrundierung – der Vorteil der Siloxangrundierung liegt darin, dass sie dampfdiffusionsoffener und penetrierender (tiefer eindringend) ist als eine Acrylatgrundierung, die viele seriöse Mitbewerber verwenden. Außerdem haftet sie hervoraggend und verschafft dadurch bessere Verbindung zum Untergrund.
  • Spezielle Grundierung auf Basis von Reinacrylat + Epoxidharz Emulsion. Diese Grundierung verwenden wir für die Behandlung von sehr glatten, abstossenden und sonstigen erschwerten für die nachfolgende Farbaufnahme Untergründen.

 

Ohne Grundierung kann die Verbindung der nachfolgenden Farbbeschichtung mit dem Untergrund der Dachsteine nicht optimal gewährleistet werden (das betrifft sowohl die alten, besandeten Dachpfannen, als auch die relativ neuen, kunststoffbeschichteten Dachpfannen), was im Laufe der Jahre bei Temperaturschwankungen zur Farbabplatzungen führt. Außerdem wird die Saugfähigkeit des Untergrundes nicht ausgeglichen, sodass die nachfolgende Farbbeschichtung nicht satt und einheitlich erscheint, sondern Farbschattierungen aufweist.

Bei Tonziegeln kann, bedingt durch den langsameren Ausdampfungsprozess des Grundmaterials Ton, die Grundierung erst nach 1-2 Tagen Trockenzeit (je nach Temperatur) angebracht werden, da die Feuchtigkeit nach der Reinigung zuerst entweichen muss. Außerdem sind Tonziegel aufgrund der Beschaffenheit der Oberfläche grundsätzlich viel empfindlicher als Betonpfannen, deswegen kann Grundierung und nachfolgende Beschichtung bei Tonziegel auf Dauer weit nicht mit allen gängigen Dachfarben realisiert werden. Zum Beispiel ist die Beschichtung von Tonziegel mit sehr beliebter von vielen Verarbeitern Dachfarbe Isonit vom dänischen Herrsteller Iso Paint Nordic A/S nicht möglich (ehrlicherweise steht dieser Hinweis auch im technischen Merkblatt des Produktes).

Der Farbton der Grundierung kann dem Farbton der nachfolgenden zweifachen Beschichtung angepasst werden (besonders ratsam bei Farbtonveränderung  zum vorhandenen Farbton der Dacheindeckung ).

Besonders Wichtig

Auf den ersten Blick erwähnt fast jeder Anbieter von Dachbeschichtungen in seiner Vorgehensweise eine Grundierung. Scheinbar ist alles in Ordnung. Wenn man sich aber gewissenhaft in das übliche Angebot vertieft und weiter recherchiert, was eigentlich als eine Grundierung aufgetragen wird und wie das erfolgt, stellt man interessante Dinge fest.

Bei mehreren Dachbeschichtungsbetrieben wird anstatt einer separaten Grundierung mit speziell dafür geeignetem Haftgrund direkt die Farbbeschichtung aufgetragen. Diese Farbbeschichtung wird mit 10 – 30% (je nach Verarbeiter) Wasser verdünnt, damit die etwas dünnflüssiger gewordene Farbe schneller in die Poren eindringt. Diesen ersten Farbauftrag nennt man dann Grundschicht. Danach kommt eine zweite, unverdünnte oder bis 10% mit Wasser verdünnte Farbbeschichtung mit demselben Material, sog. Deckschicht.

Durch solch eine Wortspielerei mit dem Begriff Grundschicht wird dem Kunden suggeriert eine separate Grundierung aufgetragen zu haben.

Bei manchen Anbietern steht schriftlich: „Nur bei Bedarf grundieren.“ Ob ein solcher Bedarf eintritt, wird laut Angebot vor Ort entschieden. Wer entscheidet also? – der ausführende Dachbeschichter. Dass er sich für eine separate Grundierung entscheidet (er wird dafür aber sicherlich nicht gesondert bezahlt) ist sehr fraglich, besonders wenn der Farbhersteller nur mehlende, sandende oder schwer haftende Untergründe mit einer separaten Grundierung vorzubehandeln empfiehlt.

Jeder, der mindestens ansatzweise über technische Kentnisse verfügt, weiss, dass Farbe ohne eine Grundierung schlechter haftet und hält, da die Verbindung zum Untergrund nicht ordentlich gegeben ist. Viele Hausbesitzer mussten außerdem die bedauerliche Erfahrung machen, dass eine Dachbeschichtung ohne Grundierung auch schlechter aussieht und Schattierungen aufweist. Optisches Aussehen ist, soweit uns bekannt, nur bei Marder GmbH und lediglich noch 2 Beschichtungsfirmen bundesweit Bestandteil der Garantie!

Zusammengefasst werden die Dachpfannen bei dem o.g. Beispiel nach der Reinigung ohne richtige Grundierung sofort zwei Mal mit der Farbe beschichtet, im Gegensatz zu dem, was der Hauseigentümer erwartet und was wirklich für eine langfristige Haltbarkeit und schönes Aussehen der nachfolgenden Dachbeschichtung notwendig ist: eine separate Grundierung mit geeignetem Haftgrund.