Dachbeschichtung und Hersteller von Dachsteinen, Dachdeckerindustrie.

Es ist kein Geheimnis, dass die Hersteller von Dachpfannen und Dachziegeln und die gesamte kooperierende Dachindustrie gegen eine nachträgliche Beschichtung von Dachsteinen sind. Jedes Jahr im Frühjahr, wenn die Hausbesitzer aus dem „Winterschlaf“ erwachen und sich verstärkt für verschiedene Verschönerungsarbeiten oder Reparaturen rund um die eigene Immobilie interessieren, erscheinen in vielen Zeitungen und sonstigen Medien immer die gleichen, negativen Artikel über Dachbeschichtungen. Die Argumente sind jahrelang die gleichen, ohne substanzielle Begründung, begleitet von Wörtern, wie: angeschmiert, fragwürdig, kann zu erheblichen Schäden führen, unsachgemäßes Betreten, negativ beeinflussen, etc., die eine negative Beurteilung suggerieren. Über 10 Jahre erscheint in diesen Artikeln immer der gleiche Kommentar von einem wahrscheinlich erfundenen (weil immer ohne Namen) Sprecher des Dachdeckerverbandes Nordrhein: „Wenn der Kotflügel eines Autos durchgerostet ist, wird Ihm eine Lackierung kaum die alte Stabilität verleihen... Bislang ist dem Dachdeckerverband auch noch kein einziger Hersteller eines Bedachungsmaterials bekannt, der sein Produkt für eine nachträgliche Beschichtung frei gegeben hat“.

Kommentar von Marder GmbH dazu: „Wenn dieser sagenumwobene Kotflügel hingegen noch nicht durchgerostet ist, sondern lediglich leichte Kratzspuren hat oder nur schmutzig ist? Und wenn wir schon beim Thema Auto sind, dann entsteht die Frage, aus welchem Grund alle Autohersteller fast alles monopolisieren und kein einziger seine wichtigsten Ersatzteile zu „fremden“ Produktion freigibt?“

Die Gründe sind hier ähnlich und aus kaufmännischer Sicht vollkommen nachvollziehbar, es bleibt aber die Enttäuschung und ein fader Beigeschmack, dass der unbekannte Autor und vor allem seine Auftraggeber und Finanzierer anstatt fachlich doch neutral über Probleme der Dachbeschichtung zu berichten, die ganze Branche in den Dreck ziehen und in Verruf bringen. Die mächtige Dachdeckerindustrie und Dachpfannenhersteller wissen bestimmt mit welchen Tricks manche „Schwarzen Schafe“ in der Dachdeckerbranche das Kundenportemonnaie zu „erleichtern“ versuchen, aber man macht aus dem Grund nicht die ganze Branche „kaputt“.

Wie oft haben uns Kunden vor der Auftragserteilung erzählt, dass sie davor einen Dachdecker eingeladen haben den Zustand vom Dach und Dachpfannen zu überprüfen, bzw. ein Alternativangebot über Neueindeckung zu machen, mit der Hoffnung auf eine ehrliche Beurteilung? Dann hätten die Kunden gesehen, dass der Dachdecker „unbemerkt“ verschiedene Splitter und Bruchteile der Pfannen in seine Taschen steckt, bevor er aufs Dach steigt. Nach der Dachinspektion wird vom Dachdecker ein Theater „gespielt“ und argumentiert, dass bei so einem Dach, bei dem die Garantie schon abgelaufen sei und die Pfannen dermaßen bröselig seien (dabei werden dem Kunden die angeblich kaputten Bruchteile der Pfannen theatralisch präsentiert), lohnte sich die Dachbeschichtung nicht.

Marder GmbH ist ein Dachdeckerbetrieb und weiß, dass solche Fälle Einzelfälle bleiben und den guten Ruf von tausenden ehrlichen Dachdeckerbetrieben nicht schädigen können. Dachbeschichtungsbetriebe erwarten nach Jahren der „Erniedrigung“ endlich auch einen respektvollen Umgang mit sich. Anstatt dessen hören wir häufig nur solche Äußerungen, dass Fachleute gegen nachträgliche Beschichtungen von Dachpfannen sind. Wer sind denn diese mysteriösen Fachleute? Marder GmbH hat mehrere unabhängigen Oberflächenspezialisten gefragt, ob man z.B. alten aber nicht zerbröselten Beton nach Reinigung, einer abgestimmten Grundierung und passender Farbe nachträglich beschichten kann und von allen eine positive Antwort bekommen. Wenn aber derselbe Beton in einer bestimmten Pfannenform geschnitten ist und sich auf dem Dach befindet, dann darf man ihn aus Sicht der Dachdeckerindustrie auf keinen Fall nachträglich beschichten. Wir haben dieselben unabhängigen Oberflächenspezialisten gefragt, ob sich grundsätzlich etwas ändert, wenn sich zu beschichtende Betonteile anstatt auf dem Boden auf dem Dach befinden, und eine (von uns zu erwarten) ablehnende Antwort erhalten. Die Begründung von Oberflächenspezialisten lautet wie folgt: man kann alles beschichten, es ist nur eine Frage der Vorbereitung des Untergrundes, einer passenden Grundierung und ausgereifter Beschichtungstechnologie. Als Beispiele werden verschiedene Materiale und Gegenstände genannt, die man bei jetzigem Stand der industriellen Entwicklung nachträglich beschichten kann: Treppen (Beton), Fassaden (Putz), Zäune (Holz), Brücken (Stahl), tragende Pfeile (Eisen), Industrieböden (Beton), verschiedene Rohre (Kunststoff), Teile des Schiffes, die sich sogar ständig unter Wasser befinden (Stahl, Aluminium),  Präzisionswerkzeug in Medizintechnik (Titan), Raumschifftechnologie (hochfeste Aluminiumlegierungen, Titanlegierungen).

Für Marder GmbH ist es keine Frage mehr, ob man die Dachsteine nachträglich beschichten kann (hunderte Tausend gelungene Dachbeschichtungen durch verschiedene Dachbeschichtungsfirmen bundesweit sind eine unwiderlegbare Tatsache und bestätigen grundsätzlich das Verfahren, als solches), sondern nur wie qualitativ man das macht. Die Tatsache, dass man die Dachsteine nachträglich beschichten kann, ähnlich, wie diese heutzutage bei der Produktion direkt vom Hersteller beschichtet werden, ist kein Geheimnis mehr, sondern Realität. Früher war das Beschichtungsverfahren bei der Pfannenproduktion noch nicht so gut entwickelt. Die Probleme waren allen bekannt, wobei die Dachpfannenhersteller alles beschönigt haben. Wikipedia hat aber seit Jahren auf der Internetseite: http://de.wikipedia.org/wiki/Betondachstein – Abschnitt: Betondachsteine, § Betondachsteine mit naturrauherOberfläche; Probleme früherer Oberflächen; Probleme früherer Oberflächen dazu Stellung genommen. Jetzt ist das Beschichtungsverfahren während der Dachpfannenproduktion deutlich ausgereifter, wobei zwei Schwachstellen dennnoch verbleiben: erstens sind die Unterkanten der Dachsteine bei der Farbbbeschichtung durch den Hersteller nur sehr schwach erfasst (die Fabrikbeschichtung erfolgt am laufenden Fließband technisch bedingt nur von oben, jedoch nicht seitlich). Aus dem Grund bleiben diese Unterkanten offenporig. Als Folge entstehen unvermeidlich schon nach einigen Jahren in den offenen Poren Moose. Zweitens sind der Beschichtungsfarbe keine hemmenden Substanzen gegen Algenbewuchs (Fungizide, Algizide) beigefügt. Folglich entsteht an der Dachoberfläche je nach Lage und Himmelsrichtung grüner Algenbelag.

Manche Dachpfannenhersteller versuchen hingegen Informationen über die Farbbeschichtung von Dachsteinen während der Produktion zu vertuschen, sodass die Hausbesitzer als potentielle Auftraggeber Gott Bewahre nicht auf den Gedanken kommen, die Pfannen anstatt, wie bei einer Neueindeckung zu ersetzen, aufbewahren und nachträglich beschichten.

Wenn z.B. ein renommierter Hersteller Nelskamp ehrlich zugibt, dass die Dachpfannen zum Ende der Produktion zwei Mal farblich beschichtet werden, verbannte der Marktführer Fa. Braas das Wort Beschichtung aus den Prospekten und Internetpräsentation und ersetzte ihn mit dem Wort Veredelung. Wie bei dieser Veredelung die Dachpfannen zum Produktionsende verschiedene bunte Farben bekommen haben, blieb für uns zunächst ein Rätsel. Später vervollständigte Fa. Braas das Wort Veredelung und präsentiert jetzt folgende Formulierung: Oberflächenveredelung mit langanhaltendem Farbschutz. Noch vor 7 Jahren konnte man im Internet auf der Seite von Fa. Braas, Abschnitt Dachsteinproduktion, eininteressantes Schema zu Pfannenherstellung sehen, in der Fa. Braas noch das Wort Oberflächenbeschichtung verwendete.

Später wurde dieses Schema aus strategischen Gründen entfernt. Zum Schluss empfehlen wir Bilder, aufgenommen in 2012, anzuschauen, wie bei der Fa. Braas, Werk Monheim, die eigene Lagerhalle, bedeckt mit Frankfurter Pfannen, von jemandem nachträglich farblich beschichtet worden ist. Unsere Meinung dazu: heuchlerischer kann man kaum sein – Wasser predigen und Wein trinken.